About Me

Am 13 Juni 1985 erblickte ich in Burgdorf das Licht der Welt. Schon früh stand ich auf den Skiern und übte mich im Hügel herunter flitzen. Fünf Jahre später kam meine kleine Schwester zur Welt und es zog uns weiter ins Emmental hinein. In Zollbrück bin ich aufgewachsen und von da aus gingen wir jeden Winter wieder in unsere „Alphütte“ auf die Engstligenalp im schönen Berner Oberland. Ein zweites zuhause war dies, wo wir im Winter viele unserer Ferientage verbrachten. Mit dem Lift rauf um dann so schnell wie möglich wieder nach unten zu gelangen, dies war auf jeder Fahrt meine Challenge. Mit meiner Familie verbrachte ich viele gute Stunden auf dem Berg beim Skifahren.

Als ich in die fünfte Klasse kam durfte ich dann endlich auch mal ausprobieren, wie das so ist, wenn man mit beiden Beinen auf einem Brett steht. Ich schnallte mir das erste Mal ein Snowboard an die Füsse, ganz klassisch mit Skischuhen und Hartbindung. Die ersten Abfahrten waren wohl eher schmerzhaft und führten zu blauen Flecken, als dass es nach snowboarden aussah. Aber schon bald hatte auch ich den Dreh raus.

Im Jahre 1999 fand ein Rennen statt auf der Engstligenalp, der BZ-Channelrun. Am „Babylift“ wo ich Jahre zuvor meine ersten Kurven geübt hatte, standen plötzlich hohe Steilwandkurven und Kicker. Ich durfte auch mitmachen und konnte mir bei den Veranstaltern Helm und Rückenpanzer ausleihen. Viele Eindrücke sind mir von meinen ersten Rennen leider nicht mehr geblieben, aber dennoch genügend, um mich nicht mehr vom Kurs abzubringen…

Etwa zehn Jahre später erfuhr ich an einem gemütlichen Abend in der Bar von einem Sportkommilitonen vom Snowboardregionalkader Bern (BABE) und von einer Renntour in der Schweiz (Swisssnowseries). Zwei Wochen später fuhr ich eher erfolglos mein erstes Openrennen, ich schied schon in der Qualifikation aus. Aufgeben wollt ich aber noch nicht und stand zwei Wochen später nochmal am Start eines Openrennens. Bei diesem Rennen konnte ich reüssieren. Inmitten von Europacupfahrerinnen wurde ich im Finallauf dritte. Ich entschied mich, eine Woche später am Headhunt-Day vom BABE teilzunehmen, um mit meinen doch schon fortgeschrittenen 23 Jahren noch ins Regionalkader aufgenommen zu werden.

Dank meiner positiven Einstellung konnte ich ab der Wintersaison 08/09 für das Regionalkader starten. In den ersten beiden Saisons fuhr ich alle Rennen die ich konnte um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Ich startete sowohl an Open- als auch an Europacuprennen. Oft gelang es mir auch im Europacup problemlos, die Finalläufe zu erreichen. Doch dann scheiterte ich meist schon im Viertelfinal und mein Rennen war jeweils nach einem Vierer-Heat beendet. In der Saison (10/11) gelang mir endlich der Durchbruch im Europacup. Im ersten Rennen der Saison in Cortina d’ Ampezzo wurde ich am ersten Renntag erfolgreiche Fünfte. Am zweiten Renntag konnte ich die Überraschung vom Vortag mit Rang drei bestätigen. Nach einem fulminanten Start in die Saison verlief es auch weiter sehr gut. Ein weiterer Podestplatz am Heimrennen in der Lenk folgte, eine aufregende Woche inklusive erstem Weltcupstart in Arosa, fünfter Rang im Gesamteuropacup in der Saison 2010/11 und als krönenden Abschluss wurde ich auf dem Corvatsch auch noch Vizeschweizermeisterin. Die darauffolgende Saison (11/12) verlief nahezu genau so erfreulich wie die vorletzte und mit einem erneuten fünften Rang im Gesamteuropacup holte ich mir das Eintrittsticket in den „Weltcupzirkus“. Meine erste Weltcupsaison stellte grosse Hürden an mich. Nicht nur die Kurse sind viel grösser, schneller und höher, sondern auch meine Konkurrentinnen sind schneller, besser und insbesondere düse ich jetzt nicht mehr nur zu viert den Kurs hinunter- nein, die Weltcups finden seit der Saison 2012/13 meistens zu sechst statt. Ich konnte jedoch mein primäres Ziel in meiner ersten Weltcupsaison erreichen und möglichst viel lernen und  Erfahrungen sammeln, so dass der Wunsch von den olympischen Spielen in Sochi 2014 dann auch zur Realität werden kann. Mit einem 21. Schlussrang auf der Weltcuptour holte ich mir Ende der Saison 12/13 ein erstes Mal die A-Kader Selektion bei SwissSki. Die darauffolgende Saison war erneut gekennzeichnet durch viele Hochs und Tiefs. Viele kleine Verletzungen, sowie eine grössere zeigten mir unverhehlt auf, wie schnell der Spass zu Ende sein kann. Durch die Teilnahme an den olympischen Winterspielen in Sochi konnte ich mir einen riesigen Traum erfüllen und meine ganze Saison wohl zum bisherigen Höhepunkt meiner Karriere küren. Die Saison 14/15 war dann durch sehr viele Absagen wegen Schnee- und Geldmangel geprägt. Mitte Januar war ich leider wettkampftechnisch noch nicht auf der Höhe und musste mich an der WM in Kreischberg mit einem 15. Rang zufrieden geben. An den schlussendlich stattfindenden 3 Weltcuprennen konnte ich immer in die Top10 fahren und verpasste einen ersten Podestplatz mit dem 4. Rang in Veysonnaz nur ganz knapp. Daraus resultierte der 6. Rang im Gesamtweltcup der Saison 14/15 und eine erstmalige Selektion ins Nationalkader der Schweiz. Voller Vorfreude auf die nächste Saison, beziehungsweise vielleicht fast schon ein bisschen über-motiviert fand meine Vorbereitung Mitte November ein jähes und schmerzhaftes Ende. Die Saison 15/16 musste ich nach einem Unfall im Off-Snowtraining an den Nagel hängen, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Einmal mehr wurde mir aufgezeigt auf wie dünnem Eis wir uns im Spitzensport bewegen und trotzdem freue ich mich auf all die neuen Herausforderungen um in der nächsten Saison wieder voll angreifen zu können. Die Ziele waren, sind und bleiben hoch gesteckt…