Veysonnaz – La Molina

Mir gelang in Veysonnaz meine bis anhin beste Qualifikation im Weltcup und ich war bereit auch die gleiche Leistung in den Heats zu zeigen. Mit einem machbaren Heat fand ich mich im Viertelfinal wieder. Auf der Startgerade fuhr ich hinten nach, konnte aber, je länger der Lauf war, Plätze gut machen. Ich überquerte als dritte die Ziellinie und zog somit das zweite Mal in meiner Weltcupkarriere in den Halbfinal ein. Nach den drei Läufen in Veysonnaz weiss ich, dass ich auf nächste Saison insbesondere an meinen Starts arbeiten werde. Auch im Halbfinale  war ich eine der langsamsten aus dem Gate heraus, bis Mitte Kurs war ich aber wieder an vierter Stelle. Schlussendlich klärte ein Photofinish und verwies mich leider auf den vierten Platz. Das Preisgeld anvisiert, wollte ich im kleinen Finale nochmals eine gute Leistung zeigen. In der letzten Kurve platzierte ich mich dann leider auf dem Board einer meiner Mitstreiterinnen, und statt auf dem sehr guten siebten Platz klassierte ich mich als Zehnte.
Trotzdem war es ein super Rennen, mit tollen Fights, viel Tempo, neu gelerntem, wunderschönem Wetter und vielen Zuschauern.

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Hier in La Molina, einem kleinen spanischen Dörfchen in den Pyrenäen, nahe der französischen Grenze, findet unser nächster und gleichzeitig letzter Weltcup dieser Saison statt. Heute haben wir nun das erste Mal den Kurs in Augenschein genommen. Es war ein schwieriges Training, mit vielen Unterbrüchen und langen Wartezeiten. Morgen findet die Qualifikation statt und am Samstag werden wir die Finals fahren. Hier werden die Finale allerdings nur zu viert ausgeführt, drückt mir also die Daumen für die Quali morgen…

Bis bald, Sandra

YES!!!

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Nach einem guten ersten Tag auf dem Schnee, habe ich beschlossen, die letzten beiden Weltcuprennen auch noch in Angriff zu nehmen. Dies funktioniert leider nicht ganz schmerzfrei, heute aber dafür ziemlich schnell.
Nach der Qualifikation hier in Veysonnaz bin ich sechste. Mein bestes Ergebnis bis anhin in der Qualifikation eines Weltcups. Morgen werden wir Heats auf dem Kurs fahren, welcher viel Action durch hohes Tempo und harte Fights verspricht.

RTS deux um 14:45 oder Eurosport2 15:30!

Drückt mir die Daumen, Sandra

On the road again… RESTART!

Vor fast drei Wochen war mein Wettkampf an den olympischen Spielen. Seit da habe ich mir grosse Mühe gegeben, mich möglichst gut zu erholen, meine Basis zu verbessern und den Fokus auf die restliche Weltcupsaison zu legen. Dazu gehörte vor allem ein bisschen “Krücken laufen”, mein Bein hochlagern, Arztbesuche und Physiotherapie.

Nun nach drei Wochen bin ich auf dem Weg nach Veysonnaz. Ich werde morgen ein erstes mal auf das Snowboard stehen um zu sehen, ob ich schmerzfrei snowboarden kann. Am Sonntag fände dann ein Trainingstag statt, bevors am Montag gegen die Uhr um die Qualifikation geht. Am Dienstag (14:45 RTS deux) finden dann unsere Finalläufe statt. 
Nach Veysonnaz geht es direkt weiter nach La Molina. Mittwoch werden wir voraussichtlich nach Spanien reisen, Donnerstag trainieren, Freitag steht die Qualifikation an und Samstag endet dann meine zweite Weltcupsaison.

Ich hoffe sehr, dass ich die beiden letzten Rennen auch noch in Angriff nehmen kann, entscheiden werde ich mich aber erst morgen Abend. Drückt mir die Daumen…

Sandra

Die olympischen Spiele in Sochi 2014

“Let the games begin” hiess es am siebten Februar. Gestern Abend nun wurden die olympischen Spiele schon wieder offiziell geschlossen. Für mich war die Reise ein bisschen kürzer, neun Tage dauerte sie und wurde durch vielen schönen Erlebnissen wie auch persönlichen Niederlagen geprägt.
Hier meine Geschichte über gastfreundliche Russen, Sicherheitskontrollen, eine schmerzhafte Enttäuschung, Pech und Glück, sowie vielen schönen Begegnungen.
Es wird wohl schwierig werden, all meine Erlebnisse in Worte zu fassen,doch hier ein Versuch in Wort und Bild!

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Wir vier Schweizer Boardercross Athleten alle zuversichtlich auf dem Weg nach Sochi in Zürich. Danach im Charter von Zürich direkt nach Sochi, um dann alles Gepäck an einem Haufen durch die Kontrolle im Coastal Cluster zu bringen. Die vielen genau gleichen Taschen erleichterten das Wiederfinden der eigenen Tasche nicht wirklich!!!
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Die ersten paar Tage im Mountain Village nutzte ich zum mich einrichten, um mich mit den schwierigen Schneebedingungen bekannt zu machen. Das Schweizerhaus lag perfekt, direkt an der Piste. Kurz durch ein Sicherheitskontrollzelt, die Akkreditierung zeigen, durch ein Drehkreuz und schon war ich auf der Piste. Mit dem ersten Lift hoch und dann stand ich direkt am Boardercrossstart. Ein wunderschöner Kurs, den sie in Sochi für uns bereit gestellt hatten. 
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Die Berge in Sochi, die Abfahrtspiste der Männer, die Aussicht über das olympische Mountain Village aber auch die Wachskabinen und vor allem die olympischen Ringe erinnerten mich daran, wo ich mich befinde und erfüllten mich voller Stolz. Ich hatte eine Chance, die weit nicht alle Sportler in ihrem Leben haben. Ich konnte meine Zeit in Sochi in vollen Zügen geniessen, dies vielleicht auch aus dem Grund, dass ich die einzige war, die hohe Ansprüche an mich setzte. 

2014-02-14 17.38.19IMG_0957Eine erste Pressekonferenz deutete für mich darauf hin, dass es endlich losgeht! Vor dem Wettkampf hatten wir zwei Tage Training. Während dem ersten Training bekundete ich zwar Mühe mit dem Kurs, konnte aber den ganzen Kurs absolvieren und war eigentlich ganz zufrieden mit mir und meiner gezeigten Leistung. Dieser Kurs in Sochi war immerhin der grösste den ich je gesehen hatte, er war zu dem der schnellste und für jeden kleinsten Fehler konnte man teuer zahlen! Der zweite Tag gelang mir trotzdem viel besser und ich konnte mir ein sehr gutes Gefühl auf dem Kurs erarbeiten. Nach Fahrten mit anderen zusammen wusste ich auch genau wo ich mehr Tempo mitnehmen konnte, um allfällige Überholmanöver anzusetzen. Leider sollte es soweit nicht kommen. Der Renntag fing gut an. Zwei gute Trainingsläufe, ein guter Qualilauf den mich auf den zehnten Rang brachte, ein Interview mit dem SRF-Team und ein Nespresso in der Wachskabine und dann sollte das Rennen endlich losgehen. Ich fand mich in einem gut besetzten letzten Viertelfinal wieder. Nach einem, für mich, ganz gelungenen Start, verpasste ich leider in der Rollersection ein Roller, wurde von meinen zwei Mitstreitern hinter mir überholt und hatte zu allem Übel zu wenig Tempo um über einen Sprung zu kommen und stürzte. Aus der Traum von einem spitzen Ergebnis an den olympischen Spielen. Ich rappelte mich nochmals auf, fuhr den Kurs noch zu Ende, da es hiess, dass es in den ersten drei Läufen sehr viele Stürze gegeben hat. Leider kam ich dadurch über einen Sprung zu kurz und verletzte mich auf ganz dumme Weise. Die ärztlichen Kontrollen zeigten aber, dass ich sehr grosses Glück gehabt habe und nichts ganz kaputt war. Dadurch, dass aber noch zwei Weltcuprennen anstehen, um die Saison zu beenden, empfahlen mir die Ärzte ein paar Tage an Krücken zu gehen. So gingen wohl oder übel, meine ersten olympischen Spielen zu Ende, wie ich es mir auf keinen Fall gewünscht hatte. 

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Ich versuchte, die mir bleibende Zeit in Sochi so gut wie möglich zu nutzen, um möglichst viele grossartige Sportler in ihrem Bereich zu beobachten und das ganze Ambiente zu geniessen. Der Ausflug ins riesige Coastal Cluster war eine willkommene Abwechslung im Gegensatz zu unserem Überschaubaren Mountain Village. 

Danken möchte ich unserem ganzen Staff; Harald, Blake, Jackie, Tschaeff und Gigi. Merci für euren unermüdlichen Einsatz für mich und das ganze Team. Ihr investiert sehr viel Zeit über die Jahre hinweg. Wenn es dann an EINEM so wichtigen Tag für uns Athleten nicht ganz so läuft, wie es sollte, ist dies auch für euch eine Niederlage. Merci für eure aufbauenden Worte, für euer Verständnis, für euren Einsatz über die letzten zwei Jahre und besonders in dieser speziellen Woche in Sochi. Danke für die gute Zeit!
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Danke auch euch allen für die Glückwünsche, die Gratulationen und die aufmunternden Worte. Das olympische Feuer wurde zwar gestern in Sochi von einem überdimensional grossen Bären ausgepustet, in mir brennt es aber lichterloh weiter…IMG_0966

bis bald, Sandra

PRE OLYMPIC CAMP in Leysin

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Wir verbringen hier in Leysin eine wunderbare letzte Trainingswoche vor den olympischen Spielen. Wir trainieren hier auf einer super Startgeraden, die alles beinhaltet um an meinen Schwachpunkten zu arbeiten. Zudem gibt’s fürs Nachmittagsprogramm einen Pumptrack, ein paar Wellen auf ebenem Terrain, besser gesagt auf dem örtlichen Basketballplatz! Daneben reicht es nicht  mehr grosse Sprünge zu machen, insbesondere weil ich sowieso noch ein bisschen angeschlagen bin.

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Eine bessere Vorbereitung auf meine Reise nach Russland könnte ich mir nicht vorstellen. Es geht aber immer noch bis am Montag bis wir abfliegen werden. Also auf weitere zwei gut gefüllte Trainingstage hier in Leysin!

Sandra

Heute in zwei Wochen und eine tolle Überraschung…

Ich bin heute Abend im wunderbaren Leysin angekommen, wo wir uns, vor der Abreise nach Sochi, den letzten Schliff holen. YES!
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Das Wochenende davor, war voller, ganz normaler Aktivitäten, wie arbeiten, Wäsche waschen, arbeiten, Sachen zusammenpacken und arbeiten. Davor, am Freitag war “Kleider holen” angesagt. Zuerst gabs eine Tasche, welche man danach mit Schuhen von Salomon und Nike, sowie Kleidern von Nike und Descente füllen konnte. Eine komplette, neue Garderobe, mit einzelnen Prachtstücken versehen. Aber diese werdet ihr noch genügend früh zu Gesicht bekommen. 

Bevor ich heute zu Hause bei meinen Eltern abreiste, machte mein Vater eine kleine Erkundungstour mit mir durch Zollbrück. Merci meinem “Fanclub” für das tolle Plakat!!!IMG_0754

bis bald, Sandra

Tage -18 & -17

Nach dem gestrigen Tag, welchen ich beim Snowboarden und bei der Arbeit verbrachte, steht heute ein bisschen ein ruhigerer Tag an. 
Beim Training gestern auf dem Snowboard wurde mir bewusst, wie viele Fortschritte ich alleine in der letzten Zeit gemacht habe. Es macht Spass, das neu gelernte abrufen zu können und ich freue mich von Tag zu Tag mehr, dies auch an meinem Wettkampf am 16. Februar zu zeigen. 

Mein Wettkampf wird übrigens am Sonntag, 16. Februar um 09:45 Uhr auf Srf2 übertragen werden.

Nach der Arbeit am Abend, den anstrengenden Trainings Montag und Dienstag habe ich heute morgen vor allem regenerative Massnahmen getroffen, damit ich heute Nachmittag mein letztes, schweres Krafttraining absolvieren kann. Dafür treffe ich mich in Magglingen mit meiner Konditionstrainerin, denn bei wirklich schweren Gewichten bin ich jeweils froh, wenn jemand dabei ist, der im Notfall helfen könnte. 

IMG_0657(Bild ©https://twitter.com/Sochi2014) 

Sochi, ich komme… less than 20 days!

In genau 20 Tagen findet mein erster olympischer Wettkampf statt. Ich freue mich wahnsinnig auf das bevorstehende, bin stolz Teil vom schweizerischen olympischen Team zu sein und geniesse die Vorfreude auf die Reise nach Russland und darauf, den super Boardercross fahren zu können.

Ich möchte versuchen, euch bis dahin, einen kleinen Einblick in meine Vorbereitung zu gewähren. Um à jour zu bleiben könnt Ihr aber auch meine Facebook-, Twitter- oder Instagram- Seite aufrufen.
Zudem empfehle ich euch folgende Internetseiten, um die weiteren Geschehnisse in den nächsten drei Wochen ein bisschen mitzuverfolgen. Swiss Olympic / Schweizer Fernsehen Sochi2014

Dienstag, 28. Januar 2014
Neo1Mit einem Bild aus dem “Wartezimmer” von unserem regionalen Radio Neo1 starte ich meinen Olympiacountdown! Den Morgen verbrachte ich bei einem guten Training in Magglingen. Danach reichte es noch zu einem kurzen Kaffee mit meiner Trainerin und einer kurzen Besprechung “wie weiter, in den nächsten Tagen”, bevor ich mich auf den Weg nach Langnau zu meinem ersten Radiointerview machte. Mit einem Interview mit der BernerZeitung endete ein sehr interessanter “Arbeitstag”. Ich bin gespannt, was in den nächsten Tagen noch alles auf mich zukommt…

Sandra

Die Pyrenäen – St. Lary Soulan – Vallnord Arcalis – Road to Sochi

IMG_0574Nach einer Woche zu Hause, meiner Erkältung auskurieren und etlicher kleiner Dinge erledigen, die ich bis anhin im neuen Jahr vor mich hingeschoben habe, komme ich endlich dazu, euch etwas von meiner letzten Reise zu erzählen.IMG_0585
Am vierten Januar sind wir zu Hause gestartet um nach 12stündiger Reise in Saint-Lary-Soulan anzukommen. Dort trainierten wir drei Tage mit den französischen, finnischen und tschechischen Nationalteams zusammen. Der Kurs war ziemlich unspektakulär, es hatte einen guten Start, welchen wir eifrig nutzten und danach kam eine Bank und in etwa 37 Rollers am Stück. Das Starttraining war aber für mich perfekt. Ein Roller, einen spitzen Double und ein Roller, forderten von mir schon einiges. Nach den drei Tagen gutem Training, inklusive zwei Gleittests bei etwa 15 Grad Celsius auf 1500 Meter über Meer, verabschiedeten wir uns von dem kleinen Bergdörfchen Saint-Lary-Soulan und nahmen weitere fünf Stunden fahrt auf uns, um nach Andorra zu reisen.

Nach einer Fahrt quer durch Andorra kamen wir in dem kleinen, verlassenen Dörfchen La Cortinada an, in welchem wir unser Hotel bezogen. Da unser Rennen in Veysonnaz wegen Schneemangel in den März geschoben wurde, fanden in Vallnord Arcalis die beiden letzten Rennen vor den olympischen Spielen statt. Für mich war deshalb klar; es musste ein Top12 Resultat her, damit ich meine Selektionslimite für Sochi erfülle.

IMG_0626Das Training am Donnerstag verlief ziemlich gut. Ich hatte zwar wie schön öfters ein bisschen Probleme mit dem Start, da ich mich aber im restlichen Kurs relativ schnell sicher fühlte, konnte ich mich ausgedehnt mit den zwei Start-Wutangs beschäftigen. Am Schluss des Trainings war ich zufrieden, denn ich hatte erneut Fortschritte gemacht und war zuversichtlich meinen Top12 Platz schon im ersten Rennen herausfahren zu können. Nach der Qualifikation, welche mir, bis auf den ersten Wutang am Start, ziemlich gut gelang, resultierte der 12.Platz. Mein Weg nach Sochi sollte also über Andorra führen und am Samstag endlich ein bisschen realer werden. Bei wunderbaren Bedingungen, einem super Kurs, viel Sonnenschein und nach einem gelungenen Training vor den Heats konnte es endlich losgehen. Ich war mir bewusst, dass ich einen gutbesetzten Heat getroffen hatte, doch glaubte ich fest daran, dass es reichen wird, eine Runde weiter zu kommen! Nach der Startgeraden fand ich mich auf dem sechsten Platz wieder, in der Kurvenkombination 2&3 konnte ich mich an vierte Position vorkämpfen und versuchte die Dritte anzugreifen. Eine schlechte Linienwahl in der fünften Bank führte jedoch dazu, dass ich nicht genügend Speed auf die Schlussgerade hin generieren konnte und mir im Ziel ein weiteres Mal, nur wenig auf die Fahrerin vor mir und damit auf einen Rang unter den Top12 fehlte. Enttäuscht fand ich mich wie in Lake Louise erneut auf dem 15. Platz wieder. Gleichzeitig war ich aber auch zufrieden, da mir in diesem Heat verschiedene Überholmanöver sehr gut gelungen sind, was mich zuversichtlich stimmte für den Sonntag.

IMG_0634Am Sonntag fand das ganze Rennen in einem Tag statt, was ich noch nie erlebt habe, seit ich im Weltcup mitfahre. Dank meinem neunten Rang in der Quali konnte ich mich jedoch schon früh ins Restaurant verabschieden und eine ausgedehnte Pause machen. Simona schaffte die Quali als genau 24igste auch und wir waren wenig überrascht, als wir sahen, dass wir gegeneinander antreten müssen. Diesmal absolvierte ich eine bessere Startgerade und fand mich danach an dritter Stelle wieder. Bis zur Schlussgerade war ich an dritter Stelle platziert, danach wurde es nochmals ziemlich eng. Ich konnte mich trotz einem Kontakt mit einer französischen Fahrerin auf der drei halten. andorra 1:2 finalBeim Anfahren auf das letzte Element wurde mir bewusst, dass es wirklich reichen könnte und prompt kam der Fehler, statt zwischen den Rollers landete ich auf dem dritten Roller, verlor das Gleichgewicht und rutschte auf dem Hintern über die Ziellinie. Glücklicherweise reichte es trotzdem auf den dritten Rang und somit zu einer sicheren Top12 Platzierung in diesem Rennen. In dem Halbfinale nahm ich mir vor alles zu riskieren. Die beiden Wutangs gelangen mir sehr gut, doch dann kam ich zu kurz über den darauffolgenden Step-down. Dadurch reichte es mir knapp über die Startgerade herauszukommen und ich fuhr abgeschlagen auf dem sechsten Platz hinten nach. Das kleinen Finale war ein hartumkämpfter Lauf. Ich erreichte den zufriedenstellenden 10. Schlussrang. Mein erstes Preisgeld, welches daraus resultierte, vergass ich leider abzuholen. Die Freude über die erreichte Olympialimite tröstet aber auch über das vergessene Preisgeld hinweg.

Nun bleibt mir nur, die ewig wirkende Warterei zu füllen, mit Sport-, Snowboard- und Erholungstagen, bis SwissOlympic am 27. Januar die offizielle Selektion bekannt geben wird. Ich werde mich natürlich mit allfälligen News wieder bei euch melden.

Bis bald, Sandra

Zwei Wochen Übersee; Keystone, Lake Louise und eine Reise um die halbe Welt…

Nach dem Weltcup in Montafon hiess es bei einem kurzen, anderthalb tägigen Aufenthalt zu Hause über die Bücher, umpacken, waschen und alles vor Weihnachten anstehende zu erledigen. Danach flogen wir über Frankfurt nach Denver, wo fünf Tage Training auf  uns warteten. Kalt, aber mit täglichem Sonnenschein, genossen wir die breiten, schönen Pisten, auf denen nur sehr wenige Leute unterwegs waren. Glücklicherweise hatte ich so Zeit  um mein Jetlag ein bisschen zu verdauen. Nach ausgiebigem Weihnachtsshopping im Outlet in Silverthorne, vielem Sushi in Dillon und ergiebige Ausflüge in den naheliegenden Walmart, reisten wir weiter nach Lake Louise.

Aussicht LakeLouise HotelzimmerIn Lake Louise fand der zweite Stopp der Weltcuptour statt. Der Anflug von Denver nach Calgary war weitestgehend unspektakulär. Danach warteten zwei Autostunden auf uns, bevor wir im noblen Chateau Fairmount, im wunderschönen Lake Louise, ohne Zimmer dastanden. Nach weiteren zwei Stunden erhielten wir endlich ein Zimmer, und hatten einen kleinen Snack zu uns genommen, bevor wir müde ins Bett fielen. Mittwochs erkundeten wir das Skigebiet in Lake Louise, sahen beim Kurstesten zu und sahen zum ersten Mal die grandiose Aussicht aus unserem Hotelzimmer. Leider reichte die Zeit nicht zum Schlittschuh laufen auf dem zugefrorenen See, vor der imposanten Bergkulisse, denn am nächsten Tag sollte es endlich mit unserem nächsten Wettkampf weitergehen. Für mich war klar, dass ich das schlechte Ergebnis von Montafon vergessen machen wollte. Der Kurs war in einem wunderbaren Zustand, eine technische Startgerade, viele Kurven, schöne Kicker und wunderbar aufgehende Doubles. Ich konnte an meinem Trainingstag meine Leistung von Lauf zu Lauf verbessern, das Fahren im Kurs machte wahnsinnig Spass und doch war ich noch nicht gänzlich zufrieden mit meiner Leistung. Zu oft viel ich wieder in alte Sandra-Muster hinein. Da wir nur in 4er Heats starteten, nur 16 Frauen und 32 Männer in die Finals weiterkommen, war am Qualifikationstag im ganzen Team eine leichte Hektik verspürbar. Leider gelang es unseren Männern nicht, genug schnell zu fahren. Ich absolvierte ein ganz gutes Training vor der Qualifikation und war bereit mich zu „rehabilitieren“, zu zeigen, dass auch ein Top16 Platz mit dieser starken Konkurrenz drin liegt und insbesondere auch endlich mein Olympiaticket zu lösen. Durch einen 12. Platz im ersten Lauf der Qualifikation wurde ich in meinem Vorhaben bestärkt. Erneut am Start angekommen war die Devise, welche ich aus dem Funk zu hören bekam, ganz klar: „1,5 Sekunden schneller oder keine Finals für mich“, unverhofft viele Topcracks hatten im ersten Lauf einen Fehler gehabt. Ich wusste was zu tun ist, wusste wo ich im ersten Lauf meine Zeit verloren hatte und konnte mich im Ziel über das aufleuchten der elften Qualifikationszeit erfreuen. Auch mein Teamgspähndli Simona erreichte mit dem 12. Rang die Finals.

Kurs LakeLo Das Training vor den Finals verlief für mich sehr zufriedenstellend. Ich absolvierte ein guten Lauf, war mir meinen Stärken bewusst und konnte danach mein Start noch enorm verbessern. Eine kleine Ewigkeit später und ich stand im Gate. Ich war mir bewusst, dass die ersten paar Meter entscheidend sein werden, ich aber im Heat war mit enorm guten Starterinnen und meine Defizite im Kurs später ausbügeln werden musste. Nach der ersten Bank war ich wirklich vierte, konnte immer ein  bisschen mehr Speed generieren, welcher aber nicht reichte um die drei Mädchen vor mir zu überholen. Ich wusste die Zielgerade war meine Stärke. Vor dem Rennen wurde mir etliche Male gesagt, „habe Geduld, greif auf den letzten paar Metern an“! Doch nun versagten mir meine Nerven. Ich kam mit mehr Tempo als die anderen aus der letzten Kurve heraus, war aber nicht fähig den ersten Sprung richtig zu absorbieren und flog leicht zu weit, dann kam ein Double, bei welchem ich in der Fläche statt in der Transition landete und zu guter Letzt flog ich beim Step-up soweit wie nie zuvor und landete auf dem Roller danach. Dies alles kostete mich mein Tempo und trotzdem reichte es bis auf einen Meter an die drittplatzierte heran zu kommen. Es sollte nicht sein, das Olympiaticket muss weiter warten und ich war enttäuscht wie nie zuvor- viel mehr wäre an diesem Tag möglich gewesen.

Kaum erholt, hatten wir eine weitere Odyssee zu bewältigen. Knapp wurde es um pünktlich zu Weihnachten nach Hause zu kommen. Unser erster Flug von Calgary-Chicago wurde vorgestern Mittag leider gestrichen. Nach einer Nacht im Hotel war unser Team getrennt unterwegs. Die glückliche Gruppe fliegt Calgary-Houston-Washington-Zürich, die unglücklichere war auf einen Flug über Denver nach Washington gebucht, welcher erneut abgesagt wurde. Schlussendlich sollten wir aber alle am 24. Dezember am Abend zu Hause sein, wenn keine weiteren ausfallende Flugzeuge uns ein Strich durch die Rechnung machen.

MERRY CHRISTMAS AND A HAPPY NEW YEAR

 

Bis bald, Sandra